Die CB500F gehört zu den Motorrädern, über die man selten hitzig diskutiert – und das ist als Kompliment gemeint. Sie will nicht das schnellste, lauteste oder radikalste Bike sein. Sie will funktionieren. Und das tut sie.
Motor und Antrieb
Der 471-cm³-Reihenzweizylinder ist das Herzstück. Er liefert seine Kraft früh und gleichmäßig, ohne nervöse Spitzen. Im Stadtverkehr zieht er ab 3.000 Umdrehungen sauber durch, auf der Landstraße reicht der Durchzug für zügiges, entspanntes Fahren. Der Sechsganggetriebe schaltet präzise, die Anti-Hopping-Kupplung nimmt Lastwechseln die Härte.
Nach den ersten hundert Kilometern hatte ich das Gefühl, die Maschine schon seit Jahren zu kennen – so intuitiv reagiert sie auf Gasbefehle.
Fahrwerk und Handling
Das Fahrwerk ist bewusst gutmütig abgestimmt:
- Sitzposition: aufrecht, entspannt, gut für lange Etappen
- Gewicht: mit rund 189 kg fahrfertig leicht zu handhaben
- Bremsen: ausreichend dosierbar, ABS serienmäßig
- Federung: komfortabel, an der Vorderachse für sehr sportliche Fahrer etwas weich
Auf welligem Asphalt bleibt die CB500F berechenbar. Wer sie in Kurven fordert, stößt irgendwann an die Grenzen der Serienreifen – ein sinnvoller erster Tuning-Schritt.
Ausstattung und Elektronik
Hier zeigt sich der Charakter eines ehrlichen Einsteigerbikes: LCD-Cockpit mit allen wichtigen Infos, LED-Licht, ABS. Fahrmodi oder Traktionskontrolle sucht man vergebens – für die Leistungsklasse aber kein echter Nachteil, sondern eine bewusste Entscheidung für Einfachheit und Preis.
Verbrauch und Unterhaltskosten
Im Test pendelte sich der Verbrauch bei 3,7 Litern auf 100 km ein. Mit dem 17-Liter-Tank ergibt das eine realistische Reichweite von über 400 Kilometern. Inspektionsintervalle, Versicherungseinstufung und Reifenkosten liegen niedrig – ein Bike, das im Unterhalt kaum wehtut.
Im Alltag und mit Sozius
Als Pendlerin schlägt sich die CB500F hervorragend: wendig, übersichtlich, sparsam. Zu zweit reicht die Leistung für die Landstraße; auf der Autobahn mit Gepäck und Sozius wird der Zweizylinder hörbar gefordert, bleibt aber souverän genug.
Die Konkurrenz im Vergleich
Im A2-Segment trifft die CB500F auf Yamaha MT-03, Kawasaki Z500 und KTM 390 Duke. Die KTM ist spritziger und moderner ausgestattet, die Kawasaki sportlicher positioniert. Die Honda punktet mit dem, was man ihr am wenigsten ansieht: Ausgewogenheit und Langzeitqualität.
Stärken und Schwächen
Dafür spricht: gutmütiger Motor, geringer Verbrauch, niedrige Unterhaltskosten, hohe Zuverlässigkeit, leichtes Handling.
Dagegen spricht: wenig Elektronik, Serienreifen mit Luft nach oben, für erfahrene Fahrer auf Dauer vielleicht zu brav.
Für wen lohnt sich die CB500F?
Für Einsteiger nach dem A2-Schein, für Pendler und für alle, die ein zuverlässiges Zweitmotorrad ohne Allüren suchen. Wer Nervenkitzel und maximale Leistung will, ist hier falsch.
Fazit
Die Honda CB500F ist kein Motorrad für die Poster an der Wand – aber eines für die Kilometer im echten Leben. Genau das macht sie zu einer der ehrlichsten Empfehlungen im A2-Segment.




